You only have to breath!

 

 

 

Dank vieler Menschen, war ich stark!

Und nun hieß es für mich, dass ich stark sein muss. – Ich hatte keine Wahl!

 

 

Draußen war so schönes Wetter, ich schaute aus dem Fenster und sah die Vögel, sah die Sonne, den blauen Himmel. Selten hatte ich so stark das Bedürfnis mich auf die Wiese zu legen, Musik an zu machen und die Welt um mich zu vergessen. Statt dessen lag ich da, in diesem weißen kahlen Zimmer und erhaschte immer mal wieder ein kleinen Blick aus dem Fenster. Doch genau dieser Blick gab mir Kraft. Ich wollte raus. Weg von den Schläuchen. Atmen, ohne das es mir schwer fällt. Ich wollte endlich frei sein! 

 

Als ich mal wieder aus einer OP erwachte plagte mich von vornherein ein Schmerz im Rücken. Ich empfand es erst nicht als schlimm, denn Rückenschmerzen waren eigentlich eines der Dinge die bei mir normal waren! Klar, bei dem ganzen rum geliege… Am 2. Tagen wurde es schon schlimmer und ich fing an schlecht Luft zu bekommen in bestimmten Positionen. Ich erinnere mich noch wie Meine Ergotherapeutin Steffi und meine Musiktherapeutin Verena in meinem Zimmer saßen und ich von Verena was vorgespielt bekam und Steffi mich massierte. Ich fühlte mich sehr entspannt, aber der Schmerz wurde einfach nicht besser. Leider ist das letzte Bild an das ich mich erinnere, genau diese Szene, wie ich versuche den Schmerz weg zu Atmen, der Musik zuzuhören und mich auf die Massage zu konzentrieren. Meine Augen schlossen sich. 

 

Ich wachte auf. Ich realisierte nicht was um mich geschehen war, doch meine Mama und mein damaliger Freund David waren da. Es ist unfassbar unbeschreiblich, zu erklären welches Gefühl einen durchlöchert wenn man kaum in der Lage ist zu reden und man spürt wie viel Angst die Menschen um einen herum haben. Ich musste oft mit erleben, wie jemand an meinem Bett stand und ich spürte wie die Tränen die geflossen sind, zwischendurch auf meine Hand tropften. Ich sah es als meine Aufgabe diese Menschen zu beruhigen und selbst da, habe ich mein Lachen nie verloren. Ich riss mich zusammen und versuchte mit alle meiner, Kraft ein lachen über meine Lippen zu kriegen. – Und es gelang mir. Jedes mal! Ich schaute Ihnen ins Gesicht und sagte: „Wein bitte nicht, mir geht es wirklich gut! Ich bin okay“ häufig gelang es mir sie alle zum lachen zu bringen. Ich wollte nicht das man sich Sorgen macht, denn ich wusste, auch das werde ich meistern!

Nach dem ich realisiert habe was passiert ist, wusste ich nun also auch was mit mir los ist. Nach einer OP hat sich Wasser in meine Lunge verlagert und somit viel mir das Atnmen sehr schwer. Somit war ich an eine sehr extrem laute Athmungsmaschiene angeschlossen die mir jede Nacht den schlaf raubte. Es machte mich echt aggressiv 😀 ! 

Zu meinen täglichen Aufgaben zählte, die von mir sehr geliebte CEPAP-Maske (Ehrlich gesagt weiß ich nicht mal wie man das schreibt ZEPAP?! ) 3 x täglich 1 Stunde aufzusetzen. Es gab nichts schrecklicheres und ich wusste zwar es sollte mir helfen, aber ich hasste sie trotzdem. Warum? Stellt euch vor ihr bekommt eine Maske auf Nase und Mund und wenn ihr einatmet ist das einzige was ihr irgendwie in die Lunge bekommt ein total intensiver Unterdruck. Ich wünsche es zumindest keinem.

Nach einiger Zeit fing es an mir besser zu gehen, ich wurde punktiert, das Wasser konnte rauslaufen und schwups war ich wieder “fit“ .. oder eher nicht. Meiner Lunge ging es zwar besser, aber das essen machte mir Probleme. 4 Wochen hatte es gedauert bis ich wieder wirklich essen und laufen konnte. Aber es ist nicht mehr relevant, denn ich habe mir selber bewiesen, dass selbst wenn ich ganz unten bin, die Kraft besitze wieder auf zu stehen. Egal worauf es an kommt. Wenn du die richtigen Leute hinter dir stehen hast, dann schaffst du alles!

Zum Ende will ich nochmal jedem Danken der für mich da war, vor allem meiner Mama, meinem Papa und meinen beiden Geschwistern Judith und Steffi! Meinem Freund Patrick, dann meinem Arzt Dr. Küster, dem gesamten Team der Schwestern des Clemenshospitals und Steffi und Verena. Gerade die Musiktherapie war das, was mich wenige Augenblicke hat spüren lassen, „normal“ zu sein. Und dann war da noch David. Mein damaliger Freund und ständiger Begleiter! 

Ganz viel Liebe,

Eure Saskia!

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4 Gedanken zu “You only have to breath!

  1. Hallo, Saskia,
    ziemlich klasse, dass du ein Blog hochgeschubst hast. Ich sehe: Ihr werdet immer mehr. Und das wird mit Sicherheit auch noch andere ermuntern können.
    Weiterhin viel Spaß beim Bloggen!
    lg, Christian

  2. Hallo Saskia 🙂

    deine ersten Beiträge machen schon gespannt auf die Folgenden. Ich bewundere deinen Mut und wünsche dir sehr, dass du nie das positive Denken verlierst!

    Zu deiner Beatmung noch, sie wird CPAP geschrieben 🙂

    Liebe grüße!

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