Das mit dem erwachsen werden.

Saskia_5Ich musste früh lernen Dinge zu akzeptieren wie sie sind. Musste versuchen das Beste aus allem zu machen, weil ich nicht wollte, dass die Krankheit mich zerstört. Ich musste lernen was diese Krankheit überhaupt für mich bedeutet und worauf ich zu achten habe, musste lernen was sich durch sie in meinem Leben verändert, wie ich mich verändere. Wenn man etwas lernt, bedeutet es jedoch nicht das man es sofort versteht, und dann kommt der Moment in dem du es nicht mal verstehen willst, weil du nicht mit all dem umgehen kannst. Doch irgendwie blieb mir nichts anderes übrig als verstehen zu müssen. Denn ich wollte anfangen es zu verstehen und aufhören zu lernen. – Ich wollte wissen!

Vieles habe ich versäumt, dadurch das ich mich nicht mehr raus traute, nicht raus wollte, nicht raus konnte. Musste die Schule abbrechen und nun auch noch meine Ausbildung unterbrechen. Wenn ich rückwirkend betrachte frage ich mich jedoch, habe ich mir das alles selber zu zuschreiben? Oder ist es meine Krankheit an all den Dingen schuld? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem?

Erwachsen sein. Verantwortung übernehmen. Doch wie? Wie soll das gehen, wenn man all die Jahre nur damit beschäftigt war auf irgendeine Art und Weise gesund zu werden? Ich hatte nie die Zeit viel über Verantwortung nach zu denken geschweige denn sie anzuwenden. Ich lag da, bekam mein essen, meine Medikamente und um den Rest kümmerten sich andere Menschen. Wenn ich zuhause war, war ich einfach nicht in der Lage mich um Dinge zu kümmern. – Und ehrlich gesagt hatte ich auch nie so die Lust mich dann zu kümmern, weil ich so viel Zeit verloren haben die ich aufholen wollte mit schönen Moment.. Verbrachte lieber meine Zeit mit Dingen die mir spaß machten. Und doch lagen sie da, die ganzen Formulare und Briefe die beantwortet und weggeschickt werden müssen. Die Termine die wahrgenommen werden müssen. Und dann sind da noch die Menschen, denen ich nun endlich was abnehmen kann. – Heute bin ich endlich an einem Punkt an dem ich damit anfangen kann. Ich bin das erste mal nach fünf Jahren ein halbes Jahr ohne Krankenhausaufenthalt ausgekommen, und ich habe ganz vergessen wie es ist frei von schmerzen und Hindernissen zu sein. Wie es ist sich nur noch auf das Leben zu konzentrieren, auf das hier und jetzt, auf meine Zukunft. – Ohne jemals wider einen harten Rückschlag zu bekommen.

Der Lernprozess wird nie enden. Heute ist es die Verantwortung und morgen sind es vielleicht viel kleinere, aber ebenso wichtige Dinge. Das Leben besteht darin aus allen Dinge zu lernen, von ihnen zu lernen, durch sie zu wachsen. Ob ich das “Erwachsen sein“ sofort hin bekomme? Weiß ich nicht, aber ich werde es Schritt für Schritt daran arbeiten. Wie Sokratis einst sagte: „Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.“ Irgend einen Weg werde ich schon gehen, welcher es geworden ist, wird sich erst am Ende meines Lebens heraus stellen, aber egal welcher es ist, so lange ich mir treu bleibe und das tue was ich für richtig halte, kann nichts schief gehen und wenn einmal doch, wird daraus gelernt.

Ein bisschen Kind wird immer in mir bleiben, ich liebe das Leben zu sehr, so dass ich nicht einmal daran arbeiten könnte. Wenn ich an einer Schaukel mit schlechter Laune vorbei laufe, zieht diese mich quasi magisch an! Ich kann nicht anders als drauf zu rennen und eine runde zu schaukeln. Weil es verdammt spaß macht! Und in meinem Kopf sind ebenso Gedanken die ich nicht steuern kann, die meine kindliche Seite zum Vorschein bringen.. Ich bin in manchen Dingen etwas naiv und auch ziemlich Gutgläubig, generell glaube ich erstmal immer an das gute im Menschen was mir manchmal zum Verhängnis wird. – Aber daraus wird dann gelernt, und beim nächsten mal vielleicht auch anders gemacht.

Eure Saskia ❤

 

 

 

 

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