Zurück in die echte Welt.

Es gibt Menschen, die brauchen wirklich Hilfe! Menschen, die sich das Leben nehmen wollen, weil sie das Gefühl haben, dass sie nichts mehr haben wofür es sich zu Leben lohnt. Die einen fürchten sich vor dem eigenen Gedanken sich das Leben zu nehmen, und die anderen, haben es schon einmal versucht, und dann gibt es welche, die haben es getan! Es gibt Menschen, die sehen wie unten sie sind und versuchen sich mit Akohol oder andere Drogen aus der Realität zu schleichen. Doch Probleme kann man Lösen, ohne fliehen zu müssen. Egal wie unten du bist ist. Du musst nur sehen welche Hilfe es gibt, welche Möglichkeiten sich einem öffnen und vor allem, welche Menschen dich wirklich lieben. Du musst nicht soweit unten sein. Du musst dich nicht verkriechen. Dadraußen ist die Welt, die wunderschön ist, wenn man nur genauer hinsieht. Ja, dadraußen gibt es Menschen, die alles dafür tun würden um überhaupt ein Leben zu haben. Manche sterben, weil es eine Nebewirkung ihrer Krankheit ist, warten Monate auf eine Lunge, eine Niere und doch lieben sie jeden Atemzug den sie nehmen dürfen, auch wenn er noch so schwer fällt. Egal wer du bist, egal was du hast, halte dir einfach vor Augen, dass alles viel viel schlimmer kommen kann! Es geht immer schlimmer, aber auch immer besser.

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Und genau das musste ich lernen. In den Jahren meiner Krankheit hasste ich die Krankheit für das was sie aus mir machte. Verlor meinen Job, meine Beziehung, entfloh der Realität in dem ich mich betäubte. Doch irgendwann sah ich ein, dass ich eigentlich froh sein sollte über das was ich habe. Nach Jahren des Kampfes, von dem ich keine andere Wahl hatte außer zu kämpfen, hatte ich endlich mal keine Schmerzen.. Keine Einschrenkungen, und doch hatte ich das erste mal das Gefühl, dass ich mir alles selbst versaut habe. Ich stritt viel mit meiner Schwester, warf Menschen die mich lieben Sachen an den Kopf die villeicht nicht fair waren, aber mir ging es schlecht, sehr schlecht, und es war Zeit die Dinge zu ändern – Mich zu ändern, um endlich wieder lachen zu können!
Psychatrie. Ein sehr, mit Vorurteilen belastetes Wort. Und ich muss sagen auch ich hatte sie! Ja ich hatte meine Phasen in denen ich schrie und weinte und mit meinem Leben nichts mehr zu anfangen wusste, doch ich fragte mich ständig, bin ich wirklich eine von denen? Bereit für die “Klapse“? Was denken denn die Leute, wenn sie das hören? Bin ich gestört? – NEIN! Ich habe gemerkt das es nicht falsch ist dazu zu stehen ein Problem zu haben! Das es nicht falsch ist diese Hilfe anzunehmen.. und dass ich wirklich dankbar sein kann, dass es diese Möglichkeit gibt.

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8 Wochen war ich nun dort. Wunderbare Tage erlebte ich mit wundervollen Menschen. Lauschend der Musik im hohen Gras. Der Regentanz, den ich niemals vergessen werde, wie Kinder rannten wir bei ströhmendem Regen in die Pfützen und tanzten, treteten uns genseitig Wasser entgegen und rutschten über das nasse Gras wärend Donner und Blitz über uns her krachten. Die täglichen Ausflüge an den Kanal. Das verstimmte Klavier auf dem Johannes mir die zauberhafte Welt der Amelie vorspielte und ich davon einfach nicht genug bekam. Die geheimnissvolle Frau, die eine Station unter mir so wunderschön Klavier spielte, dass ich eine halbe Stunde am Fenster saß und ihr dabei zuhörte. Das Lagerfeuer, an dem Jens so wunderschön Gitarre spielte, dass ich es ebenso niemals vergessen werde. Die ständigen Spieleabende mit meinen wunderbaren Nerds, die mir echt ans Herz gewachsen sind, die mit denen ich in die dunkle Welt des Hauses auf dem  Hügel fliehen konnte, und sie mir verziehen das ich sie als Verräter abgezogen habe. Die Wunderbare Ho-Bro night, in der es mir erlaubt war, als einzige Frau bei der Brojamanight mit zu machen und mit zuessen und mit zu gruseln bei einem wunderbar beschissenem Horrorfilm. An der Stelle fraget sich Vincent warscheinlich ständig: „und wie geht es dir dabei?“ – Mehr als gut! 🙂

Regen

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Ich habe in der Psychatrie die Möglichkeit gehabt, mein Kopf von meinen Problemen frei zu kriegen. Mich auf mich zu konzentrieren, den Moment zu leben..

Nun, ich kann nicht jedem Versprechen, der in eine Psychatrie geht all so wunderschöne Momente erleben zu können wie ich es durfte, aber ich kann jedem auf dem Weg geben, dass man keine Angst haben muss, dass einem geholfen wird, und dass man es versuchen sollte, bevor es zu spät ist.

Fotos von Catching Amib fotografy

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6 Gedanken zu “Zurück in die echte Welt.

  1. Glückwunsch, dass Du schon an diesem Punkt angekommen bist!
    Ich bins noch nicht und hab momentan mal wieder eine Phase, in der ich glaube, dass das auch nie passieren wird. Ich bin seit 8 Jahren in Therapie und habe 4 Klinikaufenthalte hinter mir – ist es dadurch besser geworden? Nein, nur anders.

    Alles gute weiterhin!

  2. So seh ich das auch, jeder Mensch der unten ist kann nicht tiefer, also Leute steht auf. Kämpf auch wenn es sich eigentlich nicht zu kämpfen lohnt! Gibt es bestimmt irgendetwas was dich hält, sonst hättest du keine Angst, kein bedenken. Mach weiter liebe Saskia denn das was du tust ist vollkommen richtig!

  3. Mein Standpunkt dazu:
    Ich weiß, dass ich für mein eigenes Leben verantwortlich bin und es in meiner Kontrolle liegt, und nur in meiner, wie ich mit Ereignissen in meinem Leben umgehe.
    Wir stecken uns gerne in die Opferolle rein und werden Spielball für unser Umfeld. Erkennt man dies, so wird einem wieder bewusst, dass man eigentlich am Steuer sitzt und nicht auf dem Beifahrersitz.

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